Ich sammle Sterne in meinen Hosentaschen. Wenn es regnet und sie so klangheimlich auf die Erde rieseln ohne dass jemand bemerkt was für ein leuchten auf dem Asphalt da gerade erlischt, hebe ich sie auf, bevor sie jemand zertritt. Damit sie nicht zerbrechen. Dann laufe ich durch die leeren Straßen und lege sie auf Fensterbretter, damit sie für irgendjemanden leuchten, wenn er nicht einschlafen kann. Lege sie auf Bänke, neben traurige Gestalten, die heimatlos sind, damit ihnen ein bisschen warm ist in dieser kalten, regnerischen Nacht. Hefte sie an Schatten, die leblos an Straßenecken kauern und auf Licht warten, damit man sie erkennt. Dass niemand sie übersieht, nur weil sie gerade dunkler sind als die Nacht. Klebe sie an Häuserwände, damit sie jeder sehen, jeder sich sein Stück vom Himmel nehmen kann wenn er gerade einbricht. Immer wenn es regnet bleibe ich stehen und sammle Sterne. Denn weißt du, die meisten Tropfen sind Wasser. Nur manche, manche glitzern, kurz bevor sie auf dem Boden zerschellen.
Es läuft sich leichter, mit ein paar Sternen in der Hosentasche.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen