Man sagt doch immer "Was dich nicht tötet, macht dich nur stärker".
- wenn ich allerdings dabei an meine Vergangenheit denke, sehe ich das irgendwie mit gemischten Gefühlen.
Meine Vergangenheit .. insbesondere meine Kindheit war keine leichte Zeit. Und schon gar nicht für ein kleines Mädchen, dass ohnehin schon sensibel & feinfühlig ist. Das ich all diese Tage voller Leid, Schmerz & Trauer durchgestanden habe hat mir ohne Zweifel so etwas wie einen Kämpferwille geweckt. Ich bin bei weitem nicht mehr das schwache Kind von damals. Zumindest nach außen hin nicht. Im Inneren gehe ich noch immer an jeder Kleinigkeit kaputt. Nur zeige ich das niemanden. Oftmals belüge ich sie, obwohl ich eigentlich einer der ehrlichsten Menschen auf diesem Planeten bin. Ich bin es aber auch nicht anders gewöhnt, denn ich belüge mich ja jeden Tag aufs Neue auch selbst. Alles was mir Kummer bereitet und mir auch nur im Entferntesten schaden könnte wird verdrängt. Ich versuche von jeder noch so kleinsten gefährlichen Situation Abstand zu nehmen. Doch es gelingt mir nicht immer. Entweder weil es mir zu viel bedeutet oder weil mein Verstand einfach mal aussetzt und mein Herz mich leitet :x
Zurück zu führen ist dies mit Sicherheit auf meine schlimme Kindheit. Ich will meinen Eltern nicht vorwerfen das sie Schuld sind, aber ich weiß warum es so lief wie es nun einmal ablief und wieso ich heute so bin wie ich bin. An keinem einzigen Tag habe ich euch jemals einen Vortrag darüber gehalten wie sehr ich unter meiner Kindheit gelitten habe. Ich will euch nicht sagen, dass ihr mir unendliche Schmerzen zugeführt habt & mich zutiefst erniedrigt & eingeschüchtert habt. Ich würde es bereuen, weil ich ein Mensch bin der auf die Anderen mehr Acht gibt, als auf sich selber. Rücksicht, Verständnis & Mitgefühl sind weiß Gott keine Fremdwörter für mich. Allerdings gibt es auch für mich Grenzen. Und diese hast du überschritten, Mutter. Ich weiß nicht mehr genau wann, aber eines Tages fing ich an dich weniger lieb zu haben. Einfach so. Ich konnte nichts dagegen machen, denn so sehr ich mir auch eingeredet habe das du eine gute Mutter bist und das du alles in der Macht stehende tust um mich glücklich zu machen .. es wollte nicht aufhören. Du hast mir weh getan. Nicht nur einmal. Nicht nur ein paar Mal. Immer & immer wieder hast du es getan. Ich habe vor deinen Augen geweint, bitterlich geweint und geschluchzt doch es hat dich nicht interessiert. Sag mir, warum ist das so Mama? Habe ich dir unrechtes getan. Tust du mir all diese schrecklichen Dinge ohne Grund an.Versuchst du so zu mir durch zu dringen? Wenn ja, muss ich dich enttäuschen. Das bringt dich kein Stück weiter. Ich ziehe mich eher immer weiter zurück. Ich weiß, dass ich nicht leicht zu verstehen bin und das dir mein Verhalten nicht gefällt, aber es ist eine Art Schutz. So kann ich verhindern, dass ich irgendetwas zu sehr an mich heran lasse sodass es mir schaden könnte. Im Endeffekt hat mich meine Kindheit tatsächlich zu der gemacht, die ich heute bin.
Teil 2 folgt in kürze.
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